Der Herbst des
Lebens ist nun nahe
die Kraft des Körpers langsam bricht,
noch sind golden manche Tage
sie bescheren milde Zuversicht.
Immer öfter nagen Sorgen
die Seele fällt in ein Tränenmeer,
die bange Frage nach dem Morgen,
des Lebens Last ist plötzlich schwer.
Der Sturm und Drang in jenem
Frühling
der zaghaft scheue erste Kuss,
auf der Bank im Park mit meinem Liebling
oh, warum die Erinnerung nur so weh tun muss.
Der Rest des Sommers Wärme
weicht
entwichen ist des Lebens Glut,
welch Trost das unsere Liebe bleibt
wie gut diese Gnade dem Herzen tut.
Mein Kopf ist voll wirrer Gedanken
die Augen rot und tränenschwer,
schlimme Träume mich umranken
spür' ich Deine Nähe nicht mehr.
Des Winters Kälte an den
Kräften zehrt
er klopft schon leis' an meine Tür,
bleibt der nächste Frühling mir verwehrt
bitt ich um Deinen Trost dafür.
Wilhelm Rohe