Notbeleuchtung auf den Fluren,
beklemmende Stille in der Nacht,
verwischt sind die Spuren,
die der Tag gebracht.
Erwartungen wurden jäh
zerstört,
Leid genommen, Leid gegeben,
Die Hoffnungslosigkeit hat sich ungestört,
eingenistet in manches Leben.
Langsam gehe ich den Gang entlang,
leises Wimmern aus einem Raum,
ist dort der Körper oder die Seele krank,
einzuschätzen wage ich es kaum.
Vielleicht ist das die junge
Frau,
die tagsüber mir entgegen kam,
ihre traurigen Augen seh ich genau,
ihr Schritte schleppend, eher lahm.
Starrte in die Leere an mir
vorbei,
von Lebensmut keine Spur,
es schien ihr alles so einerlei,
ein kranker Körper nur?
Grausam können die Nächte
sein,
die für manche nie enden wollen,
sind mit dem Schmerz völlig allein,
ohne Ziel - wo die Gedanken enden sollen.
Einweisung - Zuflucht - Rettung?
für wen mag dieser Wahlspruch gelten?
Einige kennen nicht diese Losung,
für sie liegen dazwischen Welten.
Derjenige, der die Rettung vor
Augen sieht,
schaut zuversichtlich ins Leben,
wer in ausweglose Gedanken flieht,
dem wird dieser Sonnenstrahl nicht gegeben.
Für ihn bleibt nur die
bittere Wahrheit,
er wird sein Zuhause nicht mehr sehen,
es beginnt eine tiefe Dunkelheit,
voller Wirrungen, voller Flehen.
Vor dir liegt der kahle Gang,
der nur die Notbeleuchtung kennt,
du musst ihn gehen, ist dir auch bang
und Seelenschmerz im Herzen brennt.
Der Kopf ist fast gedankenleer,
obwohl - du kommst ja bald Haus,
das Begreifen fällt dir dennoch schwer,
Ängste - Sehnen - Hoffen? - Krankenhaus.
Wilhelm Rohe