Du Land von Sagen und Mystik
umwoben,
wo einst die Wikinger heimisch waren,
von deinen Stränden sind sie ausgezogen,
zu ihren ruhmreichen Heldenfahrten.
Deine nördlichste Spitze,
ganz hoch droben,
an der sich die Meere vereinen,
dieses Fleckchen Erde kann ich nur loben,
dort könnte ich für immer bleiben.
Strand und Dünen so weit
das Auge reicht,
das Meer in seiner schönsten Gestalt,
mal mit verspielten Wellen ganz seicht,
im nächsten Moment von monumentaler Urgewalt.
Wohin mein Blick sich auch wendet,
das Meer ist überall mir nah,
Heil oder Unheil es Dir spendet,
Wohlbefinden - aber auch Gefahr.
Deine Strände so herrlich
und so frei,
keine Strandkorbparade im Wege steht,
hier ist es völlig einerlei,
wie jeder seines Weges geht.
Alles regelt sich von allein,
an diesen schönen Gestaden,
hier kann man wirklich Mensch noch sein,
an der unverbrauchten Natürlichkeit sich laben.
Deine Dünen, kaum von Menschenhand
gezähmt,
im Sonnenlicht die Schönheit pur,
mein Empfinden ist oft wie gelähmt,
nach langer Abwesenheit - beim diesm Anblick nur.
Tagelang könnte ich sie
durchstreifen,
auf abwechslungsreicher Enddeckungstour,
immer wieder ein neues Begreifen,
über die Wunder der Natur.
Weit und breit feiner Sand unter
den Füßen,
ein karger Wirt für die Pflanzenwelt,
doch wie wunderbar sich die Sinne versüßen,
bei der Blütenpracht, die sich dem Angesicht stellt.
Heckenrosen begleiten blühend die Wege,
stellen sich schützend gegen den Wind,
Grasnelken, Schafgarbe oder Strandflieder am Stege,
wo Wälder von Buschwindröschen heimisch sind.
Hinter den Dünen erstreckt
sich die Heide,
mit ihrer typischen Farbenpracht,
auf ihrem Polster ich liegen bleibe,
es ist zum Träumen wie gemacht.
Deine Landschaft zwischen den
Meeren und Fjorden,
durchaus nicht das erwartet flache Land,
durch die Eiszeit erstaunlich hügelig geworden,
so etwas habe ich am Meer vorher nicht gekannt.
Heide und Wälder gleichermaßen,
so weit die Füße tragen können,
betulich zu befahrene Straßen,
man kann sich wirklich
Ruhe gönnen.
Ist manchmal der Zeiger der
Zeit nicht weiter gerückt?
stand er etwa zwischenzeitlich still?
diese Fragen stell ich mir verzückt,
weil man das Gesehene oft nicht glauben will.
Deine Klöster und Kirchen
einfach und schlicht,
ohne Prunk und großem Geschmeiß,
oft dunkel und geheimnisvoll innerlich,
von außen leuchtend und strahlend weiß.
Doch - immer wieder lockt das
Meer,
es zieht mich magisch an,
ich wünsche es mir doch so sehr,
das ich dort oft verweilen kann.
Hier enden viele meiner Träume,
verwischt ist oftmals Raum und Zeit
und der Wogen weiße Schäume,
machen den Weg dafür bereit.
Den Weg in eine andere Welt,
aus der Wirklichkeit entflohen,
so wie es meinem Herzen gefällt,
von Sorgen und Nöte hinweggestohlen.
An Jütlands herrlichen
Gestaden,
den Seelenfrieden vor Augen sehen,
hier wo die Wikinger heimisch waren,
kann mich wohl je ein Mensch
verstehen?
Wilhelm Rohe