Buschwindröschen am
Waldesrand,
Kornblumen und Kindheitsträume,
Mohnblumen an Wegessäume,
all das haben wir zu spät erkannt.
Das Jahr hat der Jahreszeiten
vier,
die sich voneinander sehr unterscheiden.
Keine Zeit hat das Recht zu bleiben,
so wenig im Wandel des Lebens wie wir.
Schön ist jede Jahreszeit,
Man muss sie nur richtig sehen.
Mit dem rechten Blick durch's Leben gehen
ist man für jede Empfänglichkeit bereit.
Träumend liegen im hohen
Gras,
zwischen Butterblumen und Löwenzahn,
warum haben wir das nicht öfter getan,
aber ohne die Jugend, geht denn so was?
Frühlingsträume im
Alter,
verbieten sich schon fast von selbst,
der nüchternen Wahrheit, der du dich stellst,
ist heute dein strenger Traumverwalter.
Doch auch für Dich bleibt
noch genügend Reiz,
im lauen Frühling oder heißen Sommer,
im goldenen Herbst oder strengem Winter,
zeig nur bei den Gefühlen keinen Geiz!
Wir leben das Leben viel intensiver,
je älter wir an Jahre werden,
könnten wir die Zeit beerben,
gäbe es keinem Leerlauf mehr.
Wir Menschen sind oft zu eigensinnig,
zu sehr mit uns selbst beschäftigt,
wir sehen oft die Liebe nicht,
beachten den Anderen viel zu wenig.
Die Natur im Wandel der Zeit,
sie zeigt uns unsere Fehler auf,
im Alter kommen wir eher darauf,
sind für die Einsicht gereift und bereit.
Die Summe unserer Jahreszeiten,
die wir schon durchlaufen haben,
das Erlebte das wir weitergaben,
kann uns keinen Schmerz mehr bereiten.
Wir konzentrieren uns auf das
Wesentliche,
haben vor der Zukunft die große Angst,
das Du den Bogen überspannst,
in Deiner eigenen Geschichte.
Du darfst darin nie den Fehler
begehen,
eine der Zeiten zu überspringen,
es wird Dir an Lebensfülle nicht mehr bringen,
irgendwann wird dies jeder verstehen.
Nimm die Jahreszeiten hin wie
von Gott bestimmt,
er wird unsere Schritte schon lenken,
auch wenn wir anders darüber denken
und vergessen, das wir seine Kinder sind.
Buschwindröschen am
Waldesrand,
Kornblumen und Kindheitsträume,
Mohnblumen an Wegessäume,
all das haben wir zu spät erkannt.
Wilhelm Rohe