Frühling
Aufbruch, Stimmung, der Winter
ist vorbei,
die Natur erwacht aus tiefem Schlaf.
Menschen, Tiere und Pflanzen sind dabei,
wenn der Frühling seinen Einzug halten darf.
Die Sonnenstrahlen, die unsere Herzen wärmen,
tun der Seele und dem Geist so gut,
mitunter geraten wir ins Schwärmen
und finden wieder neuen Lebensmut.
Beispielhaft wie das Schneeglöckchen,
das zierlich und mutig zugleich,
dem Winter trotzt in weißem Röckchen,
wohlwissend, dass sich sein Leben schnell zu Ende neigt.
Alles grünt und alles blüht,
in dieser herrlichen Jahreszeit,
das erste Abendrot erglüht,
wir sind für schöne Träume bereit.
Träumen von der heilen Welt,
von unverhofftem Glück,
selbst wenn die Vernunft die Oberhand behält,
erhofft man sich ein kleines Stück.
Ein kleines Stück Glückseligkeit,
in unserem kurzen Leben,
der Frühling ist dafür die beste Zeit,
sich der Hoffnung hinzugeben.
Wie das Schneeglöckchen im weißen Kleid,
weil wissend um sein kurzes Leben,
dennoch voll Zuversicht ist bereit,
alles für uns hinzugeben.
Sommer
Glutrot geht die Sonne auf,
sie verspricht einen schönen Tag.
Alle Gedanken freuen sich darauf,
auf einen Sommer wie man ihn mag.
Der Sommer als Höhepunkt der Jahreszeiten,
wie auch der Sommer in unserem Leben,
soll den höchsten Genuss uns bereiten,
danach richtet sich alles Streben.
Die Natur entfaltet ihre gesamte Schönheit,
alle Früchte und Pflanzen sind voller Saft,
unsere Sinne leben eine wunderbare Heiterkeit,
in uns steckt eine unendliche Kraft.
Der Sommer des Lebens er dürfte nie enden,
wie auch die Schönheit der Natur,
an ein mögliches Ende lasst uns keinen Gedanken verschwenden,
genießen wir das wunderbare, von Gott gegebene Leben, pur.
Wie die Bienen, die im Nektar baden,
wie die Vögel, die das Futter können kaum tragen,
wie die Blumen, die von Blüten sind überladen,
wie die Menschen, die sich plötzlich so gut vertragen.
Ach, würde doch der Sommer immer bei uns bleiben,
es gäbe nur Lust und Zufriedenheit,
wir würden die Zeitgeschichte neu schreiben,
Ich - wäre hierfür bereit!
Glutrot geht die Sonne unter,
ganz ruhig liegt das Meer,
Wärme der Sonne mach uns wieder munter,
ich wünsche es mir so sehr.
Der Herbst
Auf der Heide blüh'n die
letzten Rosen,
sie wehren sich gegen die Vergänglichkeit,
genauso wie die Herbstzeitlosen,
obwohl sie wissen, es ist vorbei ihre Zeit.
Der goldene Herbst? er währet nicht lang,
mit seinem unvergleichlichen Farbenspiel,
von den Singvögeln kommt der Abgesang,
und doch - wir erhoffen uns noch so viel.
So wie das Laub an den Bäumen,
das mit all seiner letzten Kraft,
wie auch wir in unseren kühnsten Träumen,
farblich Unvergleichliches schafft.
Ein Spaziergang am stürmisch brausenden Meer,
das mit seinen unbändigen Urgewalten,
uns Kreaturen die Grenzen aufzeigt, so sehr-
das wir am Strand vor Ehrfurcht innehalten.
Ein Gebet zu sprechen wären wir nun bereit,
an den Schöpfer unserer Welt,
zum Abrechnen fehlt uns noch die Zeit,
das letzte Feld ist noch nicht bestellt.
Die Astern blüh'n bis zum ersten Frost,
zeigen bis zum Schluß ihre herrlichen Blüten,
in den Weinkellern wartet der edle Most,
und führt uns zu anderen, schönen Gelüsten.
Der Herbst des Lebens hat auch seinen Reiz,
als unsere dritte Jahreszeit
und betreiben wir mit den Gefühlen zu großen Geiz,
dann macht sich schnell - in uns der Winter breit.
Die stille Zeit
Kerzenschein, Lichterglanz und
liebliche Düfte,
ein kalter Wind weht um unser Haus,
unsere Sinne erleben besondere Gelüste,
draußen durchlebt die Natur fast den Garaus.
Bratapfelduft steigt in die Nase,
erinnert uns an die Kinderzeit,
Weihnachtssterne leuchten in der Vase,
nun ist Weihnachten nicht mehr weit.
Die Wochen im Advent sie stimmen uns ein,
mit Weihrauch und mit Myrrhe,
wir lassen diese Stimmung in unser Herz hinein,
damit man keine Kälte mehr spüre.
Das Fest der Liebe und inniger Freude,
die leuchtenden Kinderaugen,
von fern ertönt das Glockengeläute,
derweil wir den Weihnachtsbaum bestaunen.
Wir fühlen uns plötzlich unserem Herrgott so nahe
und singen von Herzen gern fromme Weisen,
diese innere Zufriedenheit ist es gerade,
die sagt, wir müssen uns nun nichts beweisen.
Wir nehmen das Liebste in unseren Arm,
die diese wohlige Stimmung ermöglicht,
in unseren Herzen wird es so warm,
im Tunnel des Lebens erleuchtet das Licht.
Die Wehmut die uns langsam beschleicht,
stört diesen Seelenfrieden in keiner Weise,
die Stärke unserer Liebe sie reicht,
für die letzte große Winterreise.
Der Winter
Eisblumen die Fensterscheiben
zieren,
der See ist völlig zugefroren,
auch unsere Herzen beginnen zu frieren,
was ist nur aus uns geworden.
Schneestürme jagen über das Land,
ersticken fast alles Leben,
der Frost, er kommt mit starker Hand,
Vernichtung nur, ist all sein Streben.
Pflanzen, Tier und Mensch gleichermaßen,
unter dieser Geißel leiden,
die Kräfte, die den Körper haben verlassen,
könnten dem Winter des Lebens die Stirne zeigen.
Mein Schatz, wir sind gemeinsam alt geworden,
wir gehen den Weg bis zum Ende,
vielleicht schenkt der Herrgott uns noch "das Morgen",
und unsere Liebe wird niemals enden.
Der Schneesturm ist zur Ruhe gekommen,
das Eis auf dem Weiher es knarrt und es knackt,
die Kälte sie macht die Herzen benommen,
eine Krähe vergeblich den Boden aufhackt.
Die schwarzen Gesellen wo kommen sie her ?
macht ihnen der Winter nichts zu leide,
tragen sie etwa an einer Bürde schwer ?
Ich bleibe an deiner Seite.
Laß uns nun schlafen,
wir kommen zur Ruh,
und träumen manch schönen Traum,
die weißen Schneeglöckchen decken uns zu,
an einem grünen Waldessaum.
Wilhelm Rohe