Tautropfen von
der Birken Zweige,
die blätterlos im Winde wiegen,
fallen wie bittere Tränen leise
bleiben vergänglich vor uns liegen.
Nebelschleier düster wallen,
kein Sonnenstrahl erhellt den Tag,
nur die Turmuhr hört man schallen,
das ganze Dasein wird zur Plag.
Wo ist er nur der Vogelgesang,
als wohl geliebter Morgengruß,
der wundervoll in den Ohren klang,
Erinnerung nur, die weh tun muß.
Das ach so kurze Leben,
welches gerade erst begann,
soll doch so viel Freude geben,
so viel wie es nur eben kann.
Die Menschen, Suchende nach
dem Glück,
nach der angeblich großen Befreiung,
doch so langsam Stück für Stück,
kommen sie dann zur Besinnung.
Haben sie vieles nicht erkannt?
Wichtiges übersehen?
Waren gedanklich so verrannt,
wollten über den Dingen stehen.
Sie haben immer alles getan,
wie sie es für richtig fanden
und aus ihren Augen sahn,
viele mussten dennoch stranden.
Den wärmenden Sonnenstrahl,
den sie heute so erflehn,
war selbstverständlich allemal,
zu oberflächlich alles gesehn.
Der Vögel liebliche Gesang,
kaum noch davon Notiz genommen,
weil er wohl wie üblich erklang,
wie gewonnen, so zerronnen.
Den Scherbenhaufen manchen Lebens,
am Ende vieler Lügen,
versucht man dann vergebens,
wieder gerecht zusammen zu fügen.
Am Scheideweg zum letzten Gang,
oh hilf dann lieber Gott,
wo geht der rechte Weg nun lang?
hörst du die Gebete in der Not?
Du weißt der Mensch weint
bitterlich,
wenn erst das Leid vollbracht,
vergaß dich zu oft ganz sicherlich,
jetzt kommt bald für ihn die Nacht.
Panik lässt das Herz dann
rasen,
in dieser großen Not,
Hilflosigkeit weil sie vergaßen,
am Ende steht der Tod.
Die Hektik verstellt den rechten
Sinn,
verwirrt die letzten klaren Gedanken,
welcher Weg führt wohl wohin,
hinter selbst gebauten Schranken.
Innehalten - ohne Selbstmitleid,
den Blick nicht mehr verstellen,
wäre ein Weg aus der Dunkelheit,
um die Gedanken zu erhellen.
Oft reicht schon ein Schritt
zurück,
wenn nicht alle Brücken abgebaut
und vielleicht mit etwas Glück,
man wieder klar nach vorne schaut.
Heller werden dann die Tage,
die grauen Nebel lichten sich,
man stellt sich dann die große Frage:
War das wirklich Ich?
Die kleinen Dinge dieses Lebens,
sind plötzlich lebenswert geworden,
man jagt nicht mehr vergebens,
nach dem vielleicht besseren Morgen.
Der warme Strahl der Februarsonne,
auf noch verschneiten Wegen,
erfüllt das Herz mit so viel Wonne,
um all die Sorgen beiseite zu legen.
Man saugt die Wärme in
sich auf,
gibt sie die nötige Kraft?
für einen anderen Lebenslauf,
der vielleicht Zufriedenheit schafft.
Zufriedenheit für des Menschen
Seele,
für das ureigenstes Ich,
das es dann an nichts mehr fehle,
die nächste Prüfung kommt, ganz sicherlich.
Hat man dann diese innere Kraft?
Um alles bestens zu bestehen?
Neues Selbstbewusstsein vieles schafft!
Wir werden sehen.
Wilhelm Rohe