Die Zeit

 

Von der Wiege bis zur Bahre,
unser Leben lang,
all die langen (kurzen) Jahre,
macht ein Gedanke uns fast krank.

Die Zeit

Diese uns bestimmende Zeit,
die niemals stille steht,
ist in keiner Weise bereit,
das sie langsam oder schneller geht.

Es wäre Zeit nun zu verweilen,
in der ständigen Hast,
nicht immer nur beeilen,
damit man nichts verpasst.

Der Blick zur Uhr ein Ritual,
tausendfach geübt,
der Lauf der Zeiger allemal,
den wahren Durchblick trübt.

Uhren gehen vor mal nach
und manche auch genauer,
Uhrzeit ? jeder fragt danach
und ist am Ende auch nicht schlauer.

Just in diesem kurzen Moment,
während man noch überlegt,
hat sich ganz behend,
der Zeiger schon bewegt.

Wieder ist es etwas später,
jeden Augenblick ,
nebenbei wird man auch älter,
Stück für Stück.

Rennen, eilen, nie verweilen,
suchen , fluchen, Pustekuchen,
rastlos in die Welt hinaus,
keiner hält es lange aus.

Autos rasen um die Wette,
sind für Unfälle bereit,
wie an einer Perlenkette,
wozu, wofür, keine Zeit.

Und ganz mutig die Piloten,
mit Hunderten an Passagieren,
ein Absturz? wen wird's interessieren,
Statistik - sind die Toten.

Schneller noch ins Universum,
mit Raketen weit ins All,
man erkennt und ist ganz stumm,
sie sind schneller als der Schall.

Wahnsinn - irgendwann ist er am End,
wenn sie sich selbst noch überholen,
und ein jeder dann erkennt,
man hat sich selbst die Zeit gestohlen.

Wilhelm Rohe